Inkontinenz

 

❀❀❀Inkontinenz❀❀

 

Allgemeines zum Thema
 
Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit Inkontinenz bezeichneter Begriffe.
 
Erklärungen zur Harninkontinenz
 
Erklärungen zur Stuhlinkontinenz
 
Infozentrum Inkontinenz mit vielen Infos zum Thema
 
Blog von Christine Weismayer/Wien zum Thema Inkontinenz und Beckenbodentraining.
 
Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V. in Frankfurt/M. mit vielen Infos zum Themenkomplex.
 
Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. in Augsburg mit vielen Infos zum Thema.
 
Inkontinenz Selbsthilfe e.V. in Pohlheim.  
 
Literatur zum Thema
 
Prof. Dr. Stefan Corvin & Dr. Hauke Hammerl: „Volkskrankheit Harninkontinenz" 
 
Test- und Erfahrungsberichte zum Thema
 
 

Windeln, Pants usw.

Abri-Flex Premium - Abena GmbH, 06780 Zörbig, Lösnitz Mark 23, Tel.: 034956-3540, Fax: 034956-354111, Email: abena@abena.de, Internet: http://www.abri.de/.

Attends Pull-Ons 8 - Attends GmbH, 65824 Schwalbach am Taunus, Am Kronberger Hang 3, Tel.: 06196-5089400 Email: beratung@attends.de, Internet: http://www.attends.de/.

DryMed - TEXAMED GmbH (waschbare Inkontinenz Produkte), 85737 Ismaning, Oskar-Messter-Straße 29, Tel.: 089-92334690, Fax: 089-923346923, Email: Info@texamed.de, Internet: http://www.texamed.de/inkontinenzhilfen-windeln-bettschutz.htm.

MoliCare Mobile - Paul Hartmann AG89522 Heidenheim, Paul-Hartmann-Straße 12, Tel.: 07321-360, Fax: 07321-363636, Email: info@hartmann.info, Internet: http://www.molicaremobile.de/ und http://www.hartmann.de/.

RECA fem & RECA care - RECA Med GmbH (Harn- und Stuhl-Inkontinenz-Tampons), 90763 Fürth, Amalienstraße 70, Tel.: 0911-7406620, Fax: 0911-7406621, Email: freiheit@recamed.de, Internet: http://recamed.de/hp1/Home.htm.

Seni Actice - TZMO Deutschland GmbH, Geschäftsführung: Piotr Daszynski, Waldstraße 2, 16359 Biesenthal, Tel.: 03337-4513290, Fax: 03337-45132999, Email: info@tzmo.de, Internet: http://seni.de/.

Tena Pants, SCA Hygiene Products Vertriebs GmbH, 68305 Mannheim, Sandhofer Straße 176, Tel.: 01802-121222, Fax: 0621-7783702, Email: info.tena@sca.com, Internet: http://www.tena.de/.

 

Bettschutzeinlagen, Matratzenschutzbezüge usw.

RUSSKA LUDWIG BERTRAM GMBH, 30880 Laatzen, Lübecker Straße 1, Tel.: 05102-9173, Fax: 05102-917555, Email: info@russka.de, Internet: http://www.russka.de.

TEXAMED GmbH (DryMed - waschbare Inkontinenz Produkte), 85737 Ismaning, Oskar-Messter-Straße 29, Tel.: 089-92334690, Fax: 089-923346923, Email: Info@texamed.de, Internet: http://www.texamed.de/inkontinenzhilfen-windeln-bettschutz.htm.

 


 

Die Barmer GEK, die Firma Unizell Medicare GmbH
und die Inkontinenz-Hilfsmittel

(AE, 23.07.2014) Die gesetzlichen Krankenversicherer können bei der Gewährleistung von Hilfsmitteln zur Inkontinenz Verträge mit entsprechenden Lieferfirmen abschließen, an die die hier versicherten Mitglieder der jeweiligen Kasse gebunden sind. Die Kassen verfahren hier unterschiedlich. Einige bestehen darauf und andere sind flexibler und lassen die Auswahl dem Patienten. So zahlt beispielsweise die IKK-classic einen Zuschuss von 32,00 € (bei Zuzahlungsbefreiung) bzw. 28,80 € bei Zuzahlung. Die Zuzahlung beträgt 10 % des Zuschusses und wird von diesem abgezogen. So ergeben sich im Fall der IKK-classic die 28,80 €.

Die Barmer GEK, ein Zusammenschluss der Barmer und Gmünder Ersatzkassen, haben hierzu einen Satz bzw. Zuschuss von lediglich 20,11 € (mitgeteilt per Email vom Hilfsmittel-Zentrum der Barmer GEK am 04.07.2014). Bei Zuzahlungspflichtigen gehen davon wieder 10 % ab, so dass nur noch ein Zuschuss von 18,10 € verbleibt. Dies resultiert, wie das Barmer GEK Hilfsmittel-Zentrum mitteilt, auf entsprechenden Verhandlungen mit dem jeweiligen Lieferpartner, hier die Unizell Medicare GmbH in Ratekau/Kreuzkamp.

Die Unizell Medicare GmbH wird im Bedarfsfall direkt  von der Barmer GEK über den neuen (Zwangs-) Kunden informiert. Dieser erhält kurzfristig einen Katalog der Unizell Medicare GmbH mit entsprechenden Hilfsmitteln. Diese wurden von der Unizell Medicare GmbH zu Abnahme-Paketen zusammengestellt, die man abnehmen muss, unabhängig davon was man tatsächlich braucht. Auf den ersten beiden Seiten sind keine Preise angegeben und Unizell Medicare GmbH ist offensichtlich auch nach längerer Diskussion nicht bereit (oder in der Lage?) dazu die Preise zu nennen. Das findet die Hilfe für Behinderte stark bedenklich, da wir doch eigentlich eine gesetzlich geregelte Preisauszeichnungspflicht in Deutschland haben. So muss, nach belanglosen Bemerkungen der Unizell Medicare GmbH hierzu, davon ausgegangen werden, dass jedes dieser Pakete 20,11 € kostet. Doch sicher ist das (wegen ungenügender und völlig unzureichender Auskunft der Unizell Medicare GmbH) auch nicht.

Auf den nächsten sechs Seiten (also dreimal so viele) sind Produkte aufgeführt, bei denen draufgezahlt werden muss. Die dort genannten Preise verstehen sich als „Inkontinenzprodukte mit wirtschaftlicher Aufzahlung“. Das heißt vermutlich nichts anderes, als dass diese Preise zuzüglich zu der Hilfsmittelpauschale von 20,11 € (?) gezahlt werden müssen. Dann erscheinen uns allerdings zumindest einige dieser Produkte überdurchschnittlich teuer.

Die Barmer GEK zahlt pro Monat insgesamt (einschließlich der 20,11 €) einen Hilfsmittel-Betrag von 31,00 € bei Bedarf. Da sowohl die Barmer GEK als auch die Unizell Medicare GmbH nur sehr ausweichend und unzureichend geantwortet haben, könnte sich die „wirtschaftliche Aufzahlung“ eventuell auch auf diese 31,00 € beziehen.

Das Fazit, das wir daraus schließen ist, dass wir weder der Barmer GEK noch der Unizell Medicare GmbH großes Vertrauen entgegen bringen können. Die einzige klare Antwort von der Unizell Medicare GmbH kam nach mehrmaliger Fragestellung zu der Frage, ob die Firma auch an Privat lieferte. Dies wurde dann bestätigt. Doch diesem Personenkreis können wir erst einmal nur davon abraten, solange die Unizell Medicare GmbH aus Ihren Verkaufspreisen ein Staatsgeheimnis macht. Sonst könnte man als Kunde u.U. eine bitterböse Überraschung erleben.


Interview mit dem Urologen Prof. Dr. Stefan Corvin:

Wirksame Selbsthilfe bei Harninkontinenz

„Harninkontinenz ist ein Tabuthema, obwohl Millionen Menschen bei uns davon betroffen sind. Die Patienten  verschweigen ihre Probleme aus Verlegenheit oder Scham, manche halten sie auch für normal. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, eine Harninkontinenz zu therapieren. So kann beispielsweise durch ein gezieltes Beckenbodentraining die Entstehung einer Blasenschwäche verhindert oder zumindest eine bestehende verbessert werden.“ Der renommierte Urologe Prof. Dr. Stefan Corvin legt mit seinem Kollegen Dr. Hauke Hammerl in „Volkskrankheit Harninkontinenz. Das Selbsthilfe-Buch“ einen wertvollen Ratgeber mit Übungs-CD vor, in dem die Autoren das nötige Hintergrundwissen, die aktuellen Therapiemöglichkeiten, effektive Beckenbodenübungen und weitere nützliche Selbsthilfe-Maßnahmen kompetent und leicht verständlich beschreiben.

Viele Millionen Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz leiden an Harninkontinenz. Warum ist in der Öffentlichkeit dennoch so wenig über diese „Volkskrankheit“ bekannt, warum wird sie so ungern thematisiert?

Prof. Dr. Corvin: Das Thema Harninkontinenz wird weiterhin stark tabuisiert. Gerade wegen der anatomischen Nachbarschaft von Harn- und Geschlechtstrakt verschweigen viele Patienten ihre Kontinenzprobleme, weil sie verlegen sind oder ihnen die Problematik zu peinlich ist, um sie dem Arzt zu schildern. Viele Betroffene betrachten dieses Problem auch als normal oder Teil des Alterungsprozesses. Viele Ärzte interessieren sich nicht für die Harninkontinenz und schließen Fragen zu diesem Problem aus ihrer Routinediagnostik aus. Viele ärztliche Kollegen haben zudem nur begrenzte Kenntnisse über aktuelle Therapiemöglichkeiten bei der Harninkontinenz.

Was sind die Ursachen für diese Funktionsstörung und wer ist am häufigsten davon betroffen?

Prof. Dr. Corvin: Die Ursachen der Harninkontinenz sind sehr vielfältig. Vaginale Entbindungen stellen sicherlich einen der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung der Inkontinenz bei der Frau dar. Beim Mann kann vor allem die gutartige Vergrößerung der Prostata eine ausgeprägte Harndrangsymptomatik mit unwillkürlichem Urinverlust verursachen. Daneben können aber auch viele andere Faktoren wie Übergewicht, Infektionen,  Medikamente, neurologische Erkrankungen, Alterungsprozesse, Fehlbildungen sowie Operationen oder Bestrahlungen im Beckenbereich eine Harninkontinenz verursachen.

Was raten Sie Betroffenen, wenn sie bestimmte Symptome einer Harninkontinenz an sich beobachten?

Prof. Dr. Corvin: Betroffene sollten frühzeitig einen in der Behandlung der Inkontinenz erfahrenen Arzt aufsuchen. Häufig kann schon mit relativ geringem Aufwand die Ursache der Harninkontinenz erkannt und zielgerichtet therapiert werden. Gerade bei leichteren Erscheinungsformen, wie der in den ersten Monaten nach einer vaginalen Entbindung häufig auftretenden Belastungsinkontinenz, kann aber auch in Eigenaktion durch die in unserem Ratgeber „Volkskrankheit Harninkontinenz“ ausführlich mit Übungs-CD dargestellten Beckenbodenübungen ein Fortschreiten der Blasenschwäche verhindert, diese manchmal  sogar geheilt werden.

Sie empfehlen ein gezieltes Beckenbodentraining als geeignete Selbsthilfemaßnahme bei Harninkontinenz. Was wird dadurch erreicht? Welche anderen Maßnahmen können Betroffene selbst ergreifen?

Prof. Dr. Corvin: Häufig leiden die für die Kontinenz wichtigen Beckenbodenmuskeln unter einem Mangel an bewusster Betätigung. Durch ein gezieltes Beckenbodentraining wird die Muskulatur gestärkt, die Patienten lernen, diese Muskelgruppen willkürlich zu kontrahieren und zu entspannen. Außerdem kann nur durch den gezielten Einsatz von Muskeln deren weitere Schwächung verhindert werden. Das Beckenbodentraining verfolgt somit zwei Ziele: Es kann eine bestehende Inkontinenz verbessern sowie überhaupt die Entstehung derselben verhindern. Des Weiteren beschreiben wir in unserem Ratgeber unter anderem den Einsatz von hilfreichen Hygieneartikeln, geeignete homöopathische Mittel, das bewährte „Toilettentraining“ und klassische Ernährungstipps.

Welche neuen Therapieansätze gibt es für dieses Leiden und mit welchen Heilungsaussichten darf man rechnen?

Prof. Dr. Corvin: Der Einsatz synthetischer Schlingen zur Anhebung der Harnröhre hat die Inkontinenztherapie in den vergangenen Jahren quasi revolutioniert. Mit den modernen Schlingenoperationen (TVT, TOT, TVT-O) können Erfolgsraten von circa achtzig Prozent erreicht werden. Auch im Bereich medikamentöser Therapieansätze konnte mit dem Wirkstoff Duloxetin (Yentreve®) ein Durchbruch erzielt werden. Yentreve führt über eine Nervenstimulation zu einer verbesserten Kontraktilität des Harnröhrenschließmuskels. Bei fünfzig Prozent der behandelten Patienten kann mit dieser Therapie eine Verbesserung der Inkontinenz erzielt werden. Jedoch wird auch hier die grundsätzliche Kombination der medikamentösen Behandlung mit einem gezielten Beckenbodentraining empfohlen.

Aktuelle experimentelle Ansätze beschäftigen sich mit der Injektion von körpereigenen Stammzellen in den Schließmuskel. Diese Zellen sollen sich im Muskel vermehren und diesen stärken. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann der langfristige Effekt dieser sicherlich attraktiven Therapie jedoch noch nicht beurteilt werden.

Harninkontinenz kann praktisch in jedem Lebensalter auftreten. Gibt es Möglichkeiten, bereits in jungen Jahren vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen?

Prof. Dr. Corvin: Leider sind kaum wissenschaftliche Daten zu vorbeugenden Maßnahmen vorhanden. Es erscheint jedoch sicher, dass eine Prophylaxe in Form eines gezielten Beckenbodentrainings in bestimmten Lebensphasen (zum Beispiel Schwangerschaft, Zeit nach Geburt und gynäkologischen Operationen) die Entstehung einer Harninkontinenz verhindern kann. Außerdem sollten Risikofaktoren wie Übergewicht oder bestimmte Medikamente möglichst reduziert werden.

Der Abdruck des Interviews erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Rechteinhabers: Mankau Verlag GmbH, Postfach 1322, 82413 Murnau a. Staffelsee, Tel.: 08841-6277690, Fax: 08841-6277696, Email: kontakt@mankau-verlag.de, Internet: www.mankau-verlag.de.

Prof. Dr. Stefan Corvin & Dr. Hauke Hammerl: „Volkskrankheit Harninkontinenz“ (Das Selbsthilfe-Buch. Mit Übungs-CD). Broschur, mit Audio-CD, 14 x 21 cm, 173 Seiten, ISBN 978-3-938396-42-1, Mankau Verlag, Murnau a. Staffelsee, 1. Aufl. Juni 2010; 17,95 Euro (D) / 18,50 Euro (A). Rezension zum Buch. 


Diese Seite wurde zuletzt am 27.07.2015 22:56:52 Uhr aktualisiert.

 


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